Tabuthema auf der Tagesordnung

Ukrainische Abgeordnete beschuldigen russische Soldaten der Vergewaltigung und Hinrichtung von Frauen.

Während die Aufarbeitung von deutscher Seite begangener Verbrechen zum Unterrichtsstoff an deutschen Schulen gehört, finden solche der Kriegsgegener betulich weniger Erwähnung.
Insbesondere gilt dies für die an Deutschen begangenen Grausamkeiten zu Ende des 2. Weltkrieges und hier im Besonderen an den Vergewaltigungen von etwa 2 Millionen deutscher Frauen, insbesondere durch sowjetische, aber auch französische und amerikanische Soldaten, deren juristische Verfolgung durch deutsche Gerichte im „2+4-Vertrag“ ausgeschlossen wurde.
Auch in der Berichterstattung über den Ukraine-Krieg wird das Thema kurz gehalten.

Jetzt haben aber vier weibliche ukrainische Abgeordnete, nämlich Olena Khomenko, Lesia Vasylenko, Alona Shkrum und Maria Mezentseva bei ihrem Treffen in der Downing Street mit Premierminister Boris Johnson russische Soldaten beschuldigt, selbst Rentnerinnen vergewaltigt und hingerichtet zu haben.
Sie hatten von der ukrainischen Regierung eine Sondergenehmigung für die Reise nach Großbritannien erhalten.
Demnach hätten es, nachdem die russischen Truppen nicht in der Lage war, die Ukraine und Kiew innerhalb von drei Tagen einzunehmen, ihre Strategie geändert und gezielt Frauen und Kinder ins Visier genommen.
In der ganzen Ukraine, vor allem in den am stärksten betroffenen Städten, gebe es Berichte von Frauen, die vergewaltigt wurden.
Es betreffe in der Regel ältere Frauen, die nicht fliehen konnten und es gebe Berichte, dass die meisten dieser Frauen entweder nach der Vergewaltigung hingerichtet wurden oder sich das Leben genommen haben.
Auf die Frage nach den Auswirkungen auf ukrainische Kinder beschuldigte Frau Vasylenko den russischen Präsidenten Wladimir Putin, „Millionen von Kindern die Kindheit zu stehlen“.

Die vier Abgeordneten wollen „nicht über die schrecklichen Vergewaltigungen von Frauen während der Invasion schweigen“ und berichteten über Beispiele der Untaten russischer Soldaten.
In einem Fall werde von der ukrainische Staatsanwaltschaft untersucht, bei dem eine Frau vor den Augen ihres Kindes sexuell missbraucht worden sein soll.
Bekannt seien auch Fälle, wie, daß ein Zivilist in seinem Haus in einer kleinen Stadt in der Nähe von Kiew erschossen wurde.
Dessen Frau wurde vor den Augen ihres minderjährigen Kindes mehrfach vergewaltigt.
Man müsse sich fragen, wie ein Kind damit fertig werden könne, wenn es etwas so Erschütterndes gesehen habe.

Berichte wie diese sind nicht die Einzigen
So sei Irpin die Hölle, russische Soldaten schössen einfach auf Leute, betreten Privathäuser und werfen Menschen einfach aus ihren Häusern, vergewaltigen Frauen und die Toten werden einfach irgendwo abgeladen: „Sie öffnen die Keller, in denen sich Menschen verstecken, und erschiessen sie“.
Bereits Anfang März wies der ukrainische Außenminister Kuleba auf Vergewaltigungen durch russische Soldaten in der Ukraine hin.
„Wenn Bomben auf eure Städte fallen, wenn Soldaten Frauen in den besetzten Städten vergewaltigen – und wir haben leider zahlreiche Fälle, wenn russische Soldaten Frauen in ukrainischen Städten vergewaltigen –, dann ist es natürlich schwierig, über die Durchsetzung von Internationalem Recht zu sprechen“, erklärte Kuleba bei einer Veranstaltung des Londoner Instituts „Chatham House“.

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