Sechs Monate Angriffskrieg durch Russland

Unabhängigkeitstag der Ukraine

Anlässlich des Unabhängigkeitstags der Ukraine am 24. August veröffentlichte das US-Außenministerium auf seiner ShareAmerica-Website am 22. August 2022 den folgenden Rückblick über den Angriffskrieg Putins, der vor sechs Monaten begann.

An einem Tag, der eigentlich der Freude über Freiheit gelten sollte, müssen die Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Unabhängigkeit feiern, während sie gegen eine grundlose Invasion kämpfen.

Die Ukraine begeht am 24. August, an dem die groß angelegte Invasion des Landes durch Russland die düstere Marke von sechs Monaten erreicht, ihren Unabhängigkeitstag.

1991 entschied sich die Ukraine per Referendum für die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Drei Jahrzehnte später gibt es in dem Land demokratische Institutionen, die für freie Wahlen, eine aktive Zivilgesellschaft und friedliche Machtübergaben sorgen.

Der Kreml versucht, die Unabhängigkeit, Souveränität und Demokratie der Ukraine zu untergraben und dabei die Geschichte umzuschreiben. Der russische Präsident Wladimir Putin und hochrangige Beamte seiner Regierung verbreiten weiterhin Desinformation und behaupten, dass die Ukraine zu Russland gehöre. Moskau strebt danach, alle Symbole der ukrainischen Kultur auszulöschen.

Die Aggression Russlands gegen die Ukraine begann 2014 mit der Invasion der Halbinsel Krim und der Entfachung des Konfliktes im Donbass. Nach der sukzessiven Truppenaufstockung der russischen Armee an der Nord- und Ostgrenze der Ukraine startete der Kreml dann die jetzige Invasion.

Der folgende Rückblick fasst den Konflikt über die vergangenen sechs Monate zusammen.

  1. Februar

Russland beginnt eine groß angelegte Invasion der Ukraine mit Militärschlägen an Land, aus der Luft und zur See. Die russische Armee dringt von drei Seiten, unter anderem auch von Weißrussland aus, in die Ukraine ein und zieht Richtung Kiew, Charkiw und Cherson.

Als Reaktion auf Putins grundlosen Angriffskrieg kündigen die US-Regierung sowie ihre Verbündeten und Partner Russland noch am selben Tag „sofortige und einschneidende wirtschaftliche Folgen“ an. Wegen Mittäterschaft wird auch das Lukaschenka-Regime in Weißrussland mit ähnlichen Maßnahmen belegt.

„Putin ist der Aggressor. Putin hat sich für diesen Krieg entschieden. Und jetzt werden er und sein Land die Konsequenzen tragen,“ sagte Präsident Biden an diesem Tag.

März

  1. März: Durch russische Bombenangriffe wird auch das Gebiet nahe Babyn Jar zerstört, ein historischer Ort, an dem die Nationalsozialisten während des Holocaust 100.000 Jüdinnen und Juden umbrachten.
  2. März: Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder der Vereinten Nationen verurteilt den russischen Angriffskrieg und ruft Putin dazu auf, diesen sofort zu beenden. Gemeinsam mit mehr als 30 weiteren Staaten, die ebenfalls Sanktionen und Exportbeschränkungen gegen Russland verhängen wollen, kündigen die Vereinigten Staaten zusätzliche Maßnahmen an.
  3. März: Die russische Führung geht härter gegen Dissidenten vor und erlässt ein Gesetz, das Kritik am Krieg gegen die Ukraine unter Strafe stellt. Inländische Medien werden verpflichtet die Invasion als „militärischen Spezialeinsatz“ zu bezeichnen.
  4. März: Eine Woche nach dem russischen Angriff auf eine Geburtsklinik in Mariupol erliegen eine Schwangere und ihr ungeborenes Kind (oben) ihren Verletzungen. Das Foto, das zeigt, wie eine Gruppe Helfer sie in Sicherheit zu bringen versucht, ging um die Welt. Es machte deutlich, dass die Angriffe des russischen Militärs Zivilisten verletzen und töten.
  5. März: Russland bombardiert das Akademische Schauspielhaus des Oblast Donezk in Mariupol. Ca. 600 Menschen kommen dabei ums Leben (Bild oben). Das Wort „Kinder“ war auf Russisch auf dem Platz vor dem Theater so groß aufgemalt worden, dass man es aus der Luft lesen konnte, um darauf hinzuweisen, dass auch Kinder dort Schutz gesucht hatten.
  6. März: Auf einem NATO-Gipfel und beim G7-Treffen in Europa sagen US-Präsident Biden und die NATO-Bündnispartner der Ukraine Hilfsleistungen in Milliardenhöhe zu. Mit 140 Ja- und 5 Neinstimmen verabschiedet die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, mit der Russland eindringlich aufgefordert wird, die Zerstörung ukrainischer Städte zu stoppen.

April

  1. – 3. April: Die Bilder von toten Zivilisten und Massenhinrichtungen in Butscha erschüttern die Welt. Der Bürgermeister der Stadt schätzt, dass russische Truppen mindestens 300 Einwohner getötet haben. Als Reaktion auf die Ereignisse verhängen demokratische Staaten weitere Sanktionen, einige weisen russische Diplomaten aus.
  2. April: Der Raketenkreuzer Moskwa, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, wird durch Beschuss ukrainischer Raketen versenkt.

Mai

Im Mai zwang die anhaltende Bombardierung von Häusern und Kommunen in der Ukraine durch die russischen Streitkräfte mehr als fünf Millionen Menschen zur Flucht in die Nachbarländer. Millionen finden in den umliegenden Ländern wie Polen (oben) Hoffnung und Hilfe.

  1. Mai: Bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Ernährungssicherheit in Verbindung mit Konflikten werden die Auswirkungen von Putins Krieg auf die ukrainische Landwirtschaft und die weltweite Lebensmittelversorgung thematisiert.

Außenminister Antony Blinken sagte dazu: „Die russische Regierung scheint zu glauben, dass der Einsatz von Nahrungsmitteln als Waffe bewirken kann, was ihre Invasion nicht geschafft hat: den Willen der Ukrainerinnen und Ukrainer zu brechen.“

Juni

  1. Juni: Michelle Bachelet, UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, bezeichnet Mariupol als wahrscheinlich „todbringendsten Ort der Ukraine“ und deutet an, dass dort „schwerwiegende Verletzungen des humanitären Völkerrechts und schwere Menschenrechtsverletzungen“ verübt wurden.
  2. Juni: Die Europäische Union gibt bekannt, dass der Ukraine der Status eines EU-Beitrittskandidaten verliehen wird. Darüber hinaus gibt die EU an, dass Russland Lebensmittel als Waffe einsetzt, indem es landwirtschaftliche Einrichtungen angreift und Schwarzmeerhäfen blockiert.
  3. Juni: Eine russische Rakete trifft ein Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk. Bei dem Angriff kommen mehr als 20 Menschen ums Leben.
  4. Juni: Während eines historischen NATO-Treffens wird eine Einladung an Finnland und Schweden ausgesprochen, dem Bündnis beizutreten. Führende Politikerinnen und Politiker aus demokratischen asiatischen Staaten wohnen erstmals in der Geschichte einem NATO-Treffen bei. Präsident Biden sagt dazu: „Wir sind so geeint wie nie zuvor.“

Juli

  1. Juli: Russland zieht sich vor ukrainischem Beschuss von der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurück und bezeichnet das als „Geste des guten Willens“.
  2. Juli Das Welternährungsprogramm meldet, dass jeder dritte Ukrainer sich aufgrund des Krieges nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen kann. Weltweit sind Millionen Menschen von Lebensmittelknappheit betroffen, weil die russischen Streitkräfte durch Blockaden verhindern, dass ukrainisches Getreide auf den Markt kommt.
  3. Juli US-Außenminister Blinken ruft Russland auf, seine systematische „Filter“-Operation und Zwangsdeportationen in von Russland kontrollierten Gebieten in der Ukraine sofort zu stoppen.

August

Bis zur ersten Augustwoche waren 6,4 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet und wurden größtenteils in den umliegenden europäischen Ländern aufgenommen. Mindestens weitere sieben Millionen haben ihre Häuser verlassen, leben aber noch in der Ukraine, häufig in Notunterkünften, bei Freunden oder Familienangehörigen.

 

  1. August: US-Außenminister Blinken: „Knapp sechs Monate nach dem grundlosen und grausamen Angriff auf die Ukraine zerstört Russland weiterhin ukrainische Städte und Dörfer. Präsident Biden hat deutlich gemacht, dass wir die ukrainische Bevölkerung bei der Verteidigung ihres Landes gegen russische Angriffe weiter unterstützen werden, solange es nötig ist.“

Originaltext: Russia’s full-scale invasion of Ukraine at 6 months

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